Halsbandsittiche sind ein farbenfroher Anblick – bis ein Paar ein Loch in die Wärmedämmung der Hauswand hackt oder ein Trupp den Kirschbaum leer frisst. Hier erfahren Sie, wie Sie Halsbandsittiche vertreiben und Fassade, Dämmung und Obst dauerhaft schützen, wann der richtige Zeitpunkt ist und was dabei rechtlich gilt.
Was bedeutet Halsbandsittiche vertreiben?
Halsbandsittiche vertreiben heißt, die grünen Papageien von einem Ort fernzuhalten, an dem sie Schaden anrichten: vor allem von gedämmten Fassaden, in die sie ihre Bruthöhlen bauen, und von Obstbäumen in Gärten und Obstanlagen. Ob Sie die Vögel vergrämen, abwehren oder aussperren – das Ziel ist, dass sie woanders brüten und fressen, ohne zu Schaden zu kommen.
Der Halsbandsittich (Psittacula krameri) stammt aus Afrika und Südasien und lebt in Deutschland vor allem in den warmen Städten am Rhein. Er ist etwa 40 Zentimeter lang, leuchtend grün, hat einen roten Schnabel und einen sehr langen Schwanz. Mehr zu Aussehen, Herkunft und Brut lesen Sie auf unserer Seite Halsbandsittich: Aussehen, Herkunft, Brut und Schäden.
Warum Halsbandsittiche vertreiben wichtig ist
Der teuerste Schaden entsteht an der Fassade. Halsbandsittiche brüten in Höhlen und nutzen dafür zunehmend die Wärmedämmung von Gebäuden. Meist schlüpfen sie durch ein Loch, das ein Buntspecht in den Putz gehackt hat, und holen dahinter den Dämmstoff heraus – teils quadratmeterweise. Betroffen sind vor allem mehrgeschossige Wohnhäuser, Schulen und Sporthallen. Feuchtigkeit dringt ein, die Dämmwirkung leidet, und die Sanierung wird schnell teuer.
Dazu kommen Fraßschäden an Kirschen und anderem reifem Obst, Kot auf Gehwegen und Autos unter den Schlafbäumen und die lauten Rufe, wenn sich abends Hunderte Vögel am Schlafplatz sammeln. Weil der Bestand in Deutschland stetig wächst, nehmen diese Konflikte vielerorts zu.
Halsbandsittiche vertreiben: So gehen Sie vor
Löcher in Fassade und Dämmung schließen
Die wichtigste Maßnahme ist zugleich die einfachste: Löcher in der Fassade schließen, sobald Sie sie entdecken. Je kleiner das Loch, desto schneller ist es repariert und desto weniger Dämmstoff ist verloren. Prüfen Sie vorher, ob die Höhle leer ist. Ist sie besetzt, warten Sie, bis die Jungen ausgeflogen sind. Lassen Sie die Stelle dann von einem Fachbetrieb öffnen, reinigen und mit Dämmstoff und Putz neu verschließen.
Die Fassade unattraktiv machen
Halsbandsittiche brauchen Halt, um an der Wand zu klettern. Ein glatter, dicker Oberputz bietet ihnen kaum Griff, glatte Metallprofile an Gebäudekanten verhindern das Anfliegen und Festkrallen. An besonders gefährdeten Stellen hilft ein Schutzgitter oder eine zusätzliche Schutzschicht auf der Dämmung. Verschließen Sie außerdem Gerüstösen, Lüftungsöffnungen und offene Fugen, die als Einstieg dienen können. Weil die Sittiche oft Spechtlöcher nutzen, schützen dieselben Maßnahmen auch vor Spechten.
Obstbäume und Garten schützen
Am zuverlässigsten schützt ein engmaschiges Netz um den ganzen Baum die Kirschen, Äpfel oder Birnen. Ernten Sie reife Früchte rechtzeitig und lassen Sie kein Fallobst liegen. Auf größeren Obstflächen hilft bewegliche optische Vergrämung über der ganzen Fläche, etwa ein Greifvogel-Drachen, der im Wind kreist und die angeborene Furcht vor Greifvögeln nutzt.
Futterquellen beseitigen
Im Winter kommen Halsbandsittiche gern an Futterstellen im Garten. Bieten Sie Vogelfutter nur in Futterhäusern mit Gitter an, durch das nur kleine Singvögel passen, und lassen Sie keine Futterreste liegen. Füttern Sie die Sittiche nicht gezielt – jede Futterquelle bindet die Vögel an Ihr Grundstück.
Tipps und häufige Fehler
Der häufigste Fehler ist abzuwarten. Ein kleines Loch in der Dämmung wird von Saison zu Saison größer, und Halsbandsittiche kehren an bewährte Brutplätze zurück. Kontrollieren Sie gedämmte Fassaden deshalb jedes Jahr im Spätwinter, bevor die Brut beginnt: Die Paare besetzen ihre Höhlen schon ab Februar, die ersten Eier liegen meist Ende März darin.
Ebenso oft scheitert das Vertreiben an Gewöhnung. Starre Attrappen, glitzernde CDs oder Flatterband schrecken die Vögel nur wenige Tage. Dauerhaft wirkt, was den Brutplatz verschließt oder das Obst abdeckt.
Bei Schlafbäumen ist Zurückhaltung gefragt. Werden die Vögel dort vergrämt, verteilen sie sich oft auf mehrere neue Schlafplätze, und noch mehr Anwohner sind betroffen. Städte wie Wiesbaden raten deshalb davon ab und beobachten die Schlafbäume selbst. Gegen Kot auf Wegen und Fahrzeugen hilft häufigeres Reinigen.
Rechtlich ist der Halsbandsittich keine europäische Vogelart und deshalb nicht besonders geschützt. Es gilt aber der allgemeine Schutz wild lebender Tiere: Sie dürfen die Vögel nicht mutwillig beunruhigen, fangen oder ohne vernünftigen Grund töten. Eine besetzte Bruthöhle verschließen Sie nicht, die Jungen würden darin sterben. Fragen Sie vor dem Verschließen einer Bruthöhle bei der Unteren Naturschutzbehörde nach.
Fazit und weiterführende Informationen
Halsbandsittiche vertreiben gelingt vor allem an der Fassade: Löcher früh schließen, glatte Oberflächen und Kanten, verschlossene Einstiege. Obstbäume schützt ein Netz, Futterstellen bleiben für die Sittiche zu. Gearbeitet wird, wenn keine Jungen in der Höhle sind, und vor dem Verschließen einer Bruthöhle nach Rücksprache mit der Naturschutzbehörde. Schlafbäume bleiben besser in Ruhe.

