Der Halsbandsittich (Psittacula krameri) ist ein schlanker, leuchtend grüner Papagei mit rotem Schnabel und sehr langem Schwanz. Ursprünglich stammt er aus Afrika und Südasien, in Deutschland lebt er seit Jahrzehnten frei, vor allem in Städten entlang des Rheins. Mit seinen lauten Rufen und großen Schlafgemeinschaften fällt er auf wie kaum ein anderer Vogel in der Stadt.
| Steckbrief | |
|---|---|
| Deutscher Name | Halsbandsittich |
| Lateinischer Name | Psittacula krameri |
| Englischer Name | Rose-ringed parakeet |
| Familie | Papageien (Psittaciformes) |
| Größe | etwa 40 cm, davon ein großer Teil Schwanz |
| Gewicht | etwa 125–160 g |
| Spannweite | keine belastbare Angabe |
| Rechtsstatus | keine europäische Vogelart, daher nicht besonders geschützt; es gilt der allgemeine Schutz wild lebender Tiere nach Bundesnaturschutzgesetz |
| Jagdzeit | keine, der Halsbandsittich ist nicht zur Jagd freigegeben |
Aussehen und Verwechslung

Der Halsbandsittich ist fast ganz grün, die Unterseite etwas heller, der Nacken mit bläulichem Hauch. Auffällig sind der kräftige, rote Hakenschnabel und der lange, gestufte Schwanz, der mehr als die Hälfte der Körperlänge ausmacht. Die Männchen tragen das namensgebende Halsband: einen schmalen schwarzen Streif an der Kehle, der in einen rosafarbenen Ring im Nacken übergeht. Weibchen und Jungvögel haben keinen Ring.
Verwechseln lässt er sich vor allem mit dem Alexandersittich, der in einigen Städten ebenfalls frei lebt. Dieser ist größer, kräftiger und hat einen dunkelroten Fleck auf der Schulter. Mit Wellensittichen, die gelegentlich entfliegen, hat der Halsbandsittich außer der Farbe wenig gemeinsam: Wellensittiche sind viel kleiner und am Rücken gewellt gezeichnet.



Im Flug
Halsbandsittiche fliegen schnell und geradlinig, mit spitzen Flügeln und lang nachgezogenem Schwanz. Meist sind sie in kleinen Trupps unterwegs und rufen dabei laut und schrill, typisch ist ein wiederholtes „kie-ak“. Bei Gefahr klingt der Ruf kurz und scharf wie „ak-ak-ak“.

Nahrung: Was frisst der Halsbandsittich?
Halsbandsittiche fressen fast nur pflanzliche Kost: Samen, Nüsse, Blüten, Knospen und reifes Obst. Etwa die Hälfte ihrer Nahrungspflanzen stammt ursprünglich nicht aus Europa. Im Frühsommer ziehen Trupps von zehn bis dreißig Vögeln durch Parks, Gärten und Obstanlagen am Stadtrand. Im Winter nutzen sie auch Futterstellen in Gärten.
Jahreszeiten
Halsbandsittiche bleiben das ganze Jahr bei uns. Sie beginnen früh mit der Brut: Die ersten Eier liegen im Mittel Ende März im Nest, die Bruthöhlen werden schon im Spätwinter besetzt. Nach der Brut sammeln sich die Vögel abends an gemeinsamen Schlafbäumen, oft mehrere hundert. Beim Einflug am Abend und beim Abflug am Morgen sind sie besonders laut.
Nest und Brut
Der Halsbandsittich baut kein Nest, er brütet in Höhlen. Am liebsten nutzt er Baumhöhlen in alten Bäumen, etwa in Parks, auf Friedhöfen und in großen Gärten, bevorzugt in Platanen. Seit einigen Jahren brütet er zunehmend auch in der Wärmedämmung von Fassaden. Dort nutzt er meist Löcher, die Buntspechte in die Dämmung geschlagen haben, und vergrößert sie zu einer Bruthöhle.
Das Gelege besteht meist aus drei bis vier weißen, rundlich-ovalen Eiern. Ein Ei ist etwa 29 Millimeter lang und damit gut halb so lang wie ein Hühnerei. Nur das Weibchen brütet, 22 bis 24 Tage lang. Die Jungen bleiben 40 bis 50 Tage in der Höhle, bis sie flügge sind. Meist gibt es eine Brut im Jahr.

Wo der Halsbandsittich auftritt
In Deutschland brüten inzwischen etwa 4.600 bis 7.500 Paare, Tendenz steigend. Die größten Bestände leben in den warmen Städten am Rhein, etwa in Köln, Düsseldorf, Bonn, Wiesbaden, Mainz und Heidelberg. Allein in Köln wurden 2014 rund 3.000 Vögel gezählt. Die Sittiche stammen von Tieren ab, die aus Zoos oder privater Haltung entflogen sind; in Wiesbaden brüteten sie schon 1975 im Freien. Das Bundesamt für Naturschutz führt den Halsbandsittich als gebietsfremd und potenziell invasiv auf einer Beobachtungsliste, auf der EU-Liste invasiver Arten steht er nicht.
Welche Schäden der Halsbandsittich anrichtet
Am teuersten wird es an Fassaden: Brütet ein Paar in der Wärmedämmung, holt es den Dämmstoff teils quadratmeterweise heraus. Betroffen sind vor allem mehrgeschossige Gebäude, Schulen und Sporthallen. In Gärten und Obstanlagen fressen die Trupps Kirschen und anderes reifes Obst an. Unter den Schlafbäumen sammelt sich viel Kot auf Gehwegen und Autos, und mancher Baum wird von einem Schwarm kahl gefressen, treibt aber meist in derselben Saison wieder aus.