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Stare vertreiben

Stare vertreiben: So schützen Sie Kirschen, Trauben und Dach

Redaktion vogelscheuche.de ·Stand 2026-10-08

Stare vertreiben: So schützen Sie Kirschen, Trauben und Dach

Ein einzelner Star singt hübsch auf dem Dachfirst – ein Schwarm von hundert Staren leert dagegen einen Kirschbaum an einem Vormittag. Stare sind gesellige, lernfähige Vögel, die im Sommer gezielt reife Früchte ansteuern und im Frühjahr gern unter Dachziegeln brüten. Hier erfahren Sie, wie Sie Stare vertreiben, was im Garten, im Obst- und Weinbau und an Gebäuden hilft und was bei der geschützten Art erlaubt ist.


Was bedeutet Stare vertreiben?

Stare vertreiben heißt, die Vögel von einem bestimmten Ort fernzuhalten: vom Kirschbaum, von der Rebzeile, vom frisch eingesäten Rasen oder vom Brutplatz unter dem Dach. Ob Sie Stare verscheuchen, abwehren, abhalten oder vergrämen möchten – gemeint ist immer, dass die Vögel woanders fressen und brüten, ohne Schaden zu nehmen.

Der Star (Sturnus vulgaris) ist an seinem schillernd schwarzen Gefieder mit hellen Tupfen zu erkennen. Er brütet in Höhlen – in Baumhöhlen, Nistkästen, Mauerspalten und unter Dachziegeln. Nach der Brutzeit schließen sich Stare zu großen Schwärmen zusammen, die gemeinsam auf Nahrungssuche gehen und abends an Schlafplätzen einfallen. Genau diese Schwärme machen Stare für Obst- und Weinbauern zu einem der größten Probleme.

Warum Stare vertreiben wichtig ist

Stare fressen im Frühjahr vor allem Insekten, Larven und Würmer – auf dem Rasen picken sie Schnakenlarven und Engerlinge aus dem Boden und sind damit sogar nützlich. Ab Juni stellen sie ihre Ernährung auf Früchte um: Kirschen, Beeren, später Weintrauben, Holunder und Äpfel. Weil Stare im Schwarm kommen, ist der Schaden in kurzer Zeit groß, und angepickte Früchte faulen und locken Wespen an.

Am Haus führen Starennester unter den Ziegeln und in der Dachrinne zu Lärm in den frühen Morgenstunden, Kot an der Fassade und verstopften Rinnen. In Gewerbegebieten und an Bahnhöfen nutzen große Schwärme im Herbst Bäume und Gebäude als Schlafplatz – die Kotmengen darunter sind beträchtlich.

Stare vertreiben: So gehen Sie vor

Im Garten und am Kirschbaum

Am sichersten schützt ein engmaschiges Netz, das den ganzen Kirschbaum oder Beerenstrauch umschließt und unten am Stamm geschlossen wird. Bringen Sie es an, sobald sich die Früchte verfärben, und nehmen Sie es nach der Ernte wieder ab. Bei großen Bäumen, die sich nicht einnetzen lassen, helfen bewegliche optische Reize: eine Greifvogel-Silhouette, die im Wind kreist, oder ein Rotor mit Greifvogelaugen. Ernten Sie zügig und sammeln Sie Fallobst auf.

Im Obst- und Weinbau

Auf Obstplantagen und im Weinberg lassen sich nicht alle Pflanzen einnetzen. Hier kommt es auf großflächige, bewegliche Vergrämung an, die schon einige Tage vor der Reife beginnt. Ein Drachen in Greifvogelform an einem hohen Mast deckt eine große Fläche ab und nutzt die angeborene Furcht der Stare vor Falken und Habichten. Seitennetze an den Rebzeilen schützen besonders gefährdete Lagen. Akustische Geräte mit Starenwarnrufen wirken ergänzend, sind in der Nähe von Wohnhäusern wegen des Lärms aber nur eingeschränkt einsetzbar.

An Gebäuden und im Gewerbe

Gegen Starennester unter dem Dach hilft ein Vogelschutzgitter an der Traufe, das die Öffnung zwischen Dachrinne und erster Ziegelreihe verschließt. Montieren Sie es außerhalb der Brutzeit, also etwa von August bis Februar, und prüfen Sie vorher, ob kein Nest besetzt ist. Auf Hallendächern, Lagerflächen und an Schlafbäumen im Gewerbe halten bewegliche optische Systeme die Schwärme auf Abstand. Mechanischer Schutz an Kanten und Vordächern verhindert, dass sich die Vögel dort niederlassen.

Ein Starenkasten an anderer Stelle

Wer Stare nur von einer bestimmten Stelle vertreiben möchte, kann ihnen mit einem Starenkasten an einem weniger störenden Ort einen Ersatzbrutplatz anbieten – etwa am Gartenhaus statt unter dem Dach des Wohnhauses.

Tipps und häufige Fehler

Der häufigste Fehler ist zu spätes Handeln. Hat ein Schwarm den Kirschbaum erst einmal entdeckt, kehrt er täglich zurück. Beginnen Sie mit dem Schutz, bevor die Früchte reif sind.

Ebenso oft scheitert das Vertreiben an Gewöhnung. Stare lernen voneinander: Eine starre Plastikfigur, glitzernde CDs oder Flatterband ignoriert ein Schwarm nach wenigen Tagen. Bewegung und regelmäßiger Standortwechsel sind entscheidend. Hausmittel wie Alufolie oder Duftstoffe bringen wenig, Ultraschall gar nichts, weil Stare ihn nicht hören.

Stare sind wie alle heimischen Vögel nach dem Bundesnaturschutzgesetz geschützt. Vergrämen ist erlaubt, Fangen, Verletzen oder das Entfernen besetzter Nester nicht. Netze müssen straff sitzen und täglich kontrolliert werden, damit sich keine Vögel darin verfangen.

FAQ – Häufige Fragen zum Stare vertreiben

Wie werde ich Stare wieder los?

Schützen Sie die Stelle, die die Stare anzieht: Netze um Kirschbaum und Beeren, bewegliche Greifvogel-Silhouetten über größeren Flächen und Vogelschutzgitter an der Traufe gegen Nester. Beginnen Sie vor der Reife bzw. vor der Brutzeit.

Was hilft gegen Stare im Kirschbaum?

Am sichersten hilft ein engmaschiges Netz um den ganzen Baum, das unten am Stamm geschlossen ist. Bei großen Bäumen ergänzt bewegliche optische Vergrämung den Schutz.

Wie vertreibe ich Stare aus dem Garten?

Konzentrieren Sie sich auf die betroffenen Stellen: Obstbäume und Beeren einnetzen, Fallobst aufsammeln und bewegliche Reize einsetzen, deren Standort Sie alle paar Tage wechseln.

Sind Stare im Garten gut oder schlecht?

Beides: Im Frühjahr fressen Stare Schnakenlarven und Engerlinge aus dem Rasen und sind nützlich. Im Sommer können Schwärme Kirschen, Beeren und Trauben in kurzer Zeit abernten.

Was fressen Stare auf dem Rasen?

Stare picken vor allem Insektenlarven wie Schnakenlarven und Engerlinge sowie Würmer aus dem Rasen. Die kleinen Löcher, die dabei entstehen, sind meist harmlos.

Wann brüten Stare?

Stare brüten meist von April bis Juni, oft mit ein bis zwei Bruten im Jahr. In dieser Zeit dürfen besetzte Nester nicht entfernt werden.

Welche Vögel vertreiben Stare?

Greifvögel wie Sperber, Habicht und Wanderfalke sind die natürlichen Feinde der Stare. Ihre Silhouetten nutzt die optische Vergrämung.

Fazit und weiterführende Informationen

Stare vertreiben gelingt, wenn Sie früh handeln und die Methode an den Ort anpassen: Netze am Kirschbaum, bewegliche großflächige Vergrämung im Obst- und Weinbau, Vogelschutzgitter an der Traufe gegen Nester. Starre Figuren, Hausmittel und Ultraschall wirken dagegen kaum. Mehr zu anderen Vogelarten lesen Sie im Hauptratgeber.

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