Dohlen sind gesellige, kluge Vögel – bis eine Kolonie den Schornstein als Brutplatz entdeckt. Dann fallen Zweige in den Ofen, der Abzug ist blockiert und morgens lärmt es auf dem Dach. Hier erfahren Sie, wie Sie Dohlen vertreiben und dauerhaft fernhalten, ohne gegen den Artenschutz zu verstoßen: am Kamin, an Dach und Fassade und im Garten.
Was bedeutet Dohlen vertreiben?
Dohlen vertreiben heißt, die Vögel von einem Ort fernzuhalten, an dem sie stören – vor allem vom Brutplatz im Schornstein, unter dem Dach oder in Fassadennischen, seltener von Futterstellen im Garten. Ob Sie Dohlen vergrämen, abwehren oder aussperren: Die Vögel sollen woanders brüten und fressen, ohne Schaden zu nehmen.
Die Dohle (Corvus monedula) ist der kleinste heimische Rabenvogel. Sie ist etwa taubengroß, schwarz mit grauem Nacken und hat auffallend helle Augen. Von Krähen unterscheidet sie sich durch den kurzen Schnabel und den hellen Ruf „kja“. Dohlen brüten in Kolonien und in Höhlen: früher in Felsen und alten Bäumen, heute oft in Kirchtürmen, Schornsteinen und Mauerlöchern.
Warum Dohlen vertreiben wichtig ist
Das größte Problem ist der Schornstein. Dohlen werfen so lange Zweige in den Kaminzug, bis einer quer liegen bleibt, und bauen darauf ihr Nest. Ein solches Nest kann den Abzug verstopfen. Dann drohen Rauch und Kohlenmonoxid in der Wohnung, im Extremfall ein Schornsteinbrand. Hinzu kommen herabfallendes Nistmaterial, Kot auf Dach und Terrasse und lautes Rufen der Kolonie ab dem frühen Morgen.
Dohlen sind ihrem Brutplatz treu und kommen jedes Jahr an dieselbe Stelle zurück. Wer nichts unternimmt, hat das Problem deshalb im nächsten Frühjahr wieder.
Dohlen vertreiben: So gehen Sie vor
Schornstein und Kamin
Am sichersten hilft ein Dohlengitter oder eine Kaminabdeckung auf dem Schornsteinkopf. Das Gitter verschließt die Öffnung für die Vögel, lässt die Abgase aber frei abziehen. Weil es zur Feuerstätte passen muss, montiert es in der Regel der Schornsteinfeger oder ein Dachdecker. Der beste Zeitpunkt ist der Spätsommer oder Herbst, wenn die Jungvögel ausgeflogen sind und der Zug leer ist.
Liegt bereits ein Nest im Zug, heizen Sie nicht und lassen Sie den Schornsteinfeger prüfen, ob der Abzug frei ist. Er entfernt altes Nistmaterial fachgerecht, sobald keine Brut mehr darin ist.
Dach und Fassade
Unter Dachziegeln, in Lüftungsöffnungen und Mauernischen finden Dohlen ebenfalls Brutplätze. Verschließen Sie solche Öffnungen mit Vogelschutzgittern oder engmaschigem Draht, und zwar außerhalb der Brutzeit, nachdem Sie geprüft haben, dass kein Nest besetzt ist. An Kanten und Simsen, auf denen die Vögel gern sitzen, hält mechanischer Schutz sie auf Abstand.
Im Garten
In den Garten kommen Dohlen wegen Futter: offenes Vogelfutter, Tierfutter auf der Terrasse, Kompost, Mülltonnen und Fallobst. Nehmen Sie ihnen diese Quellen. Füttern Sie Kleinvögel in Futterhäusern mit Gitter, durch das nur kleine Vögel passen, und halten Sie Tonnen geschlossen. Über größeren Flächen helfen bewegliche optische Reize wie ein Greifvogel-Drachen, der im Wind kreist und die angeborene Furcht vor Greifvögeln nutzt.
Ein Ersatzbrutplatz
Dohlen gehen in vielen Regionen zurück, weil ihnen Brutplätze fehlen. Wenn Sie den Schornstein verschließen, können Sie an einer weniger störenden Stelle einen Dohlen-Nistkasten aufhängen, etwa an Scheune, Gartenhaus oder einem hohen Baum. So verlagern Sie die Kolonie, statt sie zu verlieren. Naturschutzverbände beraten dazu oft kostenlos.
Tipps und häufige Fehler
Der häufigste Fehler ist der falsche Zeitpunkt. Wer im Frühjahr ein Nest aus dem Schornstein holt, verstößt gegen das Naturschutzrecht und verliert den Kampf ohnehin: Die Vögel bauen sofort neu. Planen Sie Gitter und Verschlüsse für die Monate zwischen August und Februar.
Ebenso oft scheitert das Vertreiben an Gewöhnung. Dohlen sind sehr lernfähig. Starre Figuren, glitzernde CDs oder Flatterband durchschauen sie nach wenigen Tagen. Was dauerhaft wirkt, ist mechanischer Schutz: Die Öffnung ist zu, also gibt es dort keinen Brutplatz mehr.
Dohlen sind wie alle europäischen Vogelarten nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt. Vergrämen ist erlaubt, Fangen, Verletzen oder das Entfernen besetzter Nester nicht. Weil Dohlen ihre Brutplätze jedes Jahr wieder nutzen, kann auch ein leerer Brutplatz als geschützte Fortpflanzungsstätte gelten. Fragen Sie deshalb vor dem dauerhaften Verschließen eines bekannten Brutplatzes bei der Unteren Naturschutzbehörde nach.
Fazit und weiterführende Informationen
Dohlen vertreiben gelingt am besten mechanisch und zur richtigen Zeit: Dohlengitter auf den Schornstein, Gitter vor Nischen und Lüftungsöffnungen, keine offenen Futterquellen im Garten. Gearbeitet wird außerhalb der Brutzeit, und bei bekannten Brutplätzen nach Rücksprache mit der Naturschutzbehörde. Ein Nistkasten an anderer Stelle schützt Ihr Haus und erhält trotzdem die Kolonie.

