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Spechtlöcher Fassade

Spechtlöcher in der Fassade: schließen und neue verhindern

Redaktion vogelscheuche.de ·Stand 2026-10-12

Spechtlöcher in der Fassade: schließen und neue verhindern

Ein faustgroßes Loch im Putz, darunter Dämmstoffkrümel auf dem Boden: Spechtlöcher in der Fassade entstehen oft innerhalb weniger Tage und bleiben nicht lange allein. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie Spechtlöcher in der Hauswand richtig einordnen, wann und wie Sie sie schließen dürfen, mit welchen Kosten Sie rechnen müssen und wie Sie verhindern, dass der Specht wiederkommt.


Was sind Spechtlöcher in der Fassade?

Spechtlöcher sind runde bis ovale Öffnungen, die ein Specht mit dem Schnabel in Putz und Dämmung hackt. Meist ist es ein Buntspecht. Die Löcher sind etwa vier bis sechs Zentimeter groß, liegen bevorzugt an Hausecken, unter Dachüberständen und an Giebeln und reichen oft tief in die Dämmplatte hinein. Kleine, flache Einkerbungen stammen von der Nahrungssuche, große, tiefe Löcher sind angefangene oder fertige Höhlen zum Schlafen oder Brüten. Besonders betroffen sind Wärmedämmverbundsysteme, weil sie beim Anklopfen hohl klingen wie morsches Holz.

Warum Spechtlöcher in der Fassade schnell geschlossen werden sollten

Durch jedes offene Spechtloch dringt Regenwasser in die Dämmung. Die Dämmwirkung lässt nach, im Winter kann gefrierende Nässe den Putz rund um das Loch aufsprengen, und auf Dauer drohen Schimmel und Schäden an der Bausubstanz. Offene Löcher locken zudem andere Tiere an: Meisen, Stare, Fledermäuse oder Wespen ziehen gern ein und machen eine Reparatur dann für Monate unmöglich. Und der Specht selbst kehrt zu einem erfolgreichen Platz zurück und hackt daneben weiter. Je kleiner der Schaden beim Reparieren ist, desto günstiger und einfacher wird es.

Spechtlöcher in der Fassade schließen: So gehen Sie vor

Prüfen, ob das Loch bewohnt ist

Bevor Sie ein Spechtloch schließen, klären Sie, ob es bewohnt ist. Beobachten Sie es mehrmals, vor allem in der Abenddämmerung, wenn der Specht seine Schlafhöhle aufsucht, und achten Sie im Frühjahr auf Bettelrufe von Jungvögeln. Bewohnte Höhlen geschützter Vögel dürfen Sie nicht verschließen. In der Brutzeit, grob von März bis Juli, warten Sie, bis die Jungen ausgeflogen sind. Im Zweifel fragen Sie bei der unteren Naturschutzbehörde nach.

Erst die Stelle sichern, dann reparieren

Ein frisch geflicktes Loch an derselben Stelle hält oft nur wenige Tage, wenn der Specht noch in der Nähe ist. Sichern Sie den Bereich deshalb vorher, etwa mit einem Netz mit Abstand vor der Fassade oder einer glatten Verkleidung der Hauskante. Erst wenn der Specht die Stelle meidet, lohnt sich die eigentliche Reparatur.

Loch fachgerecht verschließen

Entfernen Sie loses Material und Nistreste aus dem Loch und füllen Sie den Hohlraum passgenau mit einem zur Fassade passenden Dämmstoff. Darauf folgen Armierungsmörtel mit eingebettetem Gewebe, damit keine Risse entstehen, dann Oberputz in derselben Körnung und zum Schluss der Anstrich. Wichtig ist, dass die Stelle danach nicht mehr hohl klingt und keine Kante bleibt, an der Wasser eindringt. Kleine, gut erreichbare Löcher lassen sich mit etwas Geschick selbst schließen.

Fachbetrieb bei großen Schäden und in der Höhe

Bei mehreren Löchern, durchfeuchteter Dämmung oder Schäden in großer Höhe ist ein Maler-, Stuckateur- oder Fassadenbetrieb die richtige Wahl. Er kann die Dämmung prüfen, nasse Bereiche austauschen und den Putz unauffällig angleichen. In Mietshäusern ist der Vermieter für die Reparatur zuständig. Mieter sollten den Schaden deshalb schriftlich melden, statt selbst zu flicken.

Tipps und häufige Fehler

Der häufigste Fehler ist, ein Loch zu schließen, ohne die Ursache anzugehen: Der Specht kommt zurück und hackt direkt daneben ein neues. Ebenso problematisch ist eine Reparatur mit ungeeignetem Material, etwa mit viel Bauschaum ohne Armierung und Putz. Die Stelle bleibt dann weich, klingt hohl und lädt den Specht erneut ein. Der dritte Fehler betrifft das Recht: Wer eine bewohnte Höhle verschließt, gefährdet die Tiere und verstößt gegen den Artenschutz.

Hilfreich ist, die Fassade im Spätsommer gezielt zu kontrollieren, denn im Herbst sucht der Specht seine Schlafhöhle für den Winter. Wer frische Einkerbungen früh bemerkt, kann die Stelle sichern, bevor ein großes Loch entsteht.

Fazit und weiterführende Informationen

Spechtlöcher in der Fassade sollten Sie schnell, aber in der richtigen Reihenfolge angehen: prüfen, ob das Loch bewohnt ist, die Stelle sichern und dann fachgerecht mit Dämmstoff, Armierung und Putz verschließen. Rechnen Sie nicht mit der Versicherung und lassen Sie große Schäden oder Löcher in der Höhe von einem Fachbetrieb reparieren. Wer die Fassade im Spätsommer kontrolliert, verhindert, dass aus einer Einkerbung eine neue Höhle wird.

Häufige Fragen

Fragen & Antworten

Was tun gegen Spechtlöcher in der Hauswand?
Prüfen Sie zuerst, ob das Loch bewohnt ist. Sichern Sie dann die Stelle mit Netz oder Verkleidung, damit der Specht nicht weiterhackt, und schließen Sie das leere Loch mit Dämmstoff, Armierung und Putz.
Wie kann ich Spechtlöcher an der Fassade schließen?
Loses Material entfernen, den Hohlraum mit passendem Dämmstoff füllen, Armierungsmörtel mit Gewebe auftragen, dann Oberputz und Anstrich angleichen. Bei mehreren Löchern oder in großer Höhe übernimmt das besser ein Fachbetrieb.
Wer repariert Spechtlöcher?
Maler-, Stuckateur- und Fassadenbetriebe reparieren Spechtlöcher, einige Betriebe haben sich darauf spezialisiert. In einer Mietwohnung ist der Vermieter zuständig und beauftragt die Reparatur.
Wie hoch sind die Kosten für die Reparatur eines Spechtlochs in der Fassade?
Ein einzelnes, gut erreichbares Loch ist mit wenig Material und Arbeitszeit verbunden. Teuer wird die Reparatur vor allem durch ein Gerüst oder eine Hebebühne, durch mehrere Löcher und durch durchfeuchtete Dämmung, die ausgetauscht werden muss. Holen Sie deshalb ein Angebot nach Besichtigung ein.
Sind Spechtlöcher versichert?
Die Wohngebäudeversicherung übernimmt Spechtschäden in der Regel nicht, weil Schäden durch Tiere meist ausgeschlossen sind. Ein Blick in die eigenen Versicherungsbedingungen lohnt sich trotzdem, einzelne Tarife enthalten Zusatzbausteine.
Wann darf man Spechtlöcher schließen?
Sobald das Loch nachweislich leer ist. Bewohnte Höhlen sind geschützt, in der Brutzeit von etwa März bis Juli warten Sie, bis die Jungvögel ausgeflogen sind. Der günstigste Zeitpunkt ist der Spätsommer, bevor der Specht im Herbst seine Schlafhöhle sucht.
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