Die Stadttaube (Columba livia forma domestica) stammt von der Felsentaube ab und ist aus verflogenen Haus- und Brieftauben entstanden. Sie ist auf das Leben in Siedlungen spezialisiert und lebt oft in großer Zahl in den Innenstädten. In Deutschland gibt es etwa 170.000 bis 280.000 Reviere. Anders als die übrigen Taubenarten ist sie kein Wildvogel im engeren Sinn.
| Steckbrief | |
|---|---|
| Deutscher Name | Stadttaube, auch Straßentaube |
| Lateinischer Name | Columba livia forma domestica |
| Englischer Name | Feral pigeon |
| Familie | Tauben (Columbidae) |
| Größe | 31–34 cm |
| Gewicht | 240–380 g |
| Abstammung | Felsentaube, verwilderte Haus- und Brieftauben |
| Rechtsstatus | durch das Tierschutzgesetz geschützt; ob Haustier, Fundtier oder Wildtier, wird unterschiedlich beurteilt |
| Jagdzeit | keine, die Stadttaube ist kein jagdbares Wild |
Aussehen und Verwechslung

Das Gefieder der Stadttaube ist sehr unterschiedlich. Manche Tiere sehen fast aus wie die Felsentaube, andere sind deutlich heller, dunkler oder gescheckt. Die Augen sind rot oder braun.
Verwechseln lässt sie sich vor allem mit der Ringeltaube. Die ist größer und hat einen längeren Schwanz.


Im Flug
Auffällig ist der Balzflug: Dabei klatschen die Tauben laut mit den Flügeln, auch um ihr Revier zu markieren. Beide Geschlechter gurren, der Balzruf des Männchens klingt tief und kollernd.

Nahrung: Was frisst die Stadttaube?
Von Natur aus frisst die Stadttaube Körner, Samen und Früchte. Insekten, Schnecken und Würmer nimmt sie nur ergänzend. In der Stadt fressen viele Tauben auch Essensreste, weshalb das Füttern in vielen Städten verboten ist. Ein Fütterverbot gilt als wirksames Mittel, den Bestand zu begrenzen: In einer Basler Untersuchung sank nach dem Wegfall einer Futterquelle die Zahl der ausgeflogenen Jungen von 240 auf 113.
Jahreszeiten
Stadttauben brüten nicht nur einmal im Jahr, sondern meist zwei- bis viermal, selten sogar sechsmal. Sie sind das ganze Jahr in der Stadt zu sehen.
Kot erkennen
Eine Stadttaube setzt im Jahr 4 bis 12 Kilogramm Kot ab. Frischer Kot ist nur schwach sauer, nach etwa vier Tagen wird er deutlich saurer und greift Kalkstein und Natursteinfassaden an. Ein Gesundheitsrisiko entsteht vor allem dort, wo viele Tauben direkt neben Menschen brüten, etwa auf Dachböden, und große Mengen Kot liegen.
Nest und Brut
Stadttauben brüten an Gebäuden: auf Simsen, in Nischen und Hohlräumen, auf Bäumen nur sehr selten. Das Nest ist eine flache, lose Unterlage aus wenigen Zweigen und Halmen. Fast immer liegen zwei weiße, leicht glänzende Eier darin. Ein Taubenei ist etwa 39 Millimeter lang, gut zwei Drittel so lang wie ein Hühnerei.
Beide Eltern brüten, 17 bis 18 Tage lang. Mit 23 bis 25 Tagen verlassen die Jungen das Nest, mit 30 bis 35 Tagen können sie fliegen. Paare bleiben meist ein Leben lang zusammen.

Wo die Stadttaube auftritt
Die Stadttaube lebt fast nur in Siedlungen und ist oft in großer Zahl in den Innenstädten anzutreffen. Die vier anderen Taubenarten in Deutschland fressen keine Essensreste und treten nicht in Massen auf.

