Die Elster (Pica pica) ist ein schwarz-weißer Rabenvogel mit auffällig langem Schwanz. Sie lebt das ganze Jahr bei uns, gern in Parks, Gärten und am Ortsrand, und gehört mit 375.000 bis 555.000 Revieren zu den häufigen Vogelarten in Deutschland. Ihr Ruf als Nesträuberin ist bekannt, einen messbaren Einfluss auf die Bestände von Singvögeln haben Studien aber bisher nicht gefunden.
| Steckbrief | |
|---|---|
| Deutscher Name | Elster |
| Lateinischer Name | Pica pica |
| Englischer Name | Eurasian magpie |
| Familie | Rabenvögel (Corvidae) |
| Größe | 44–46 cm, davon fast die Hälfte Schwanz |
| Gewicht | Weibchen 161–240 g, Männchen 185–247 g |
| Spannweite | 52–60 cm |
| Rechtsstatus | europäische Vogelart, in mehreren Bundesländern dem Jagdrecht unterstellt |
| Jagdzeit | je Bundesland verschieden, in Nordrhein-Westfalen außerhalb der Brutzeit vom 20. Februar bis 31. Juli |
Aussehen und Verwechslung

Die Elster ist kaum zu verwechseln: Kopf, Brust, Rücken und Schwanz sind schwarz, Bauch und Schultern leuchtend weiß. Bei gutem Licht schimmert das Schwarz grün bis blau. Der Schwanz ist sehr lang und gestuft, oft so lang wie der übrige Körper. Männchen und Weibchen sehen gleich aus, das Männchen hat einen etwas längeren Schwanz. Jungvögel erkennt man am kürzeren, matteren Schwanz.



Im Flug
Im Flug fallen die weißen Handschwingen und der lange Schwanz auf. Elstern fliegen flatternd und leicht wellenförmig, meist nur kurze Strecken von Baum zu Baum.

Nahrung: Was frisst die Elster?
Die Elster frisst fast alles. Im Sommer sind es vor allem Insekten, Würmer, Schnecken, Mäuse, Eier und junge Vögel, im Winter Samen, Beeren, Körner und Früchte. Das ganze Jahr über nimmt sie Aas und Abfälle, in Städten stammt etwa die Hälfte ihrer Nahrung aus Abfällen. In der Brutzeit ist ihr Futter zu rund 95 Prozent tierisch. Vorräte versteckt sie und findet sie später wieder.
Jahreszeiten
Elstern bleiben das ganze Jahr in ihrem Revier. Ende März oder Anfang April beginnt die Brut, in Mitteleuropa werden die Eier im Mittel um den 8. April gelegt. Im Sommer führen die Eltern die Jungen noch rund sechs Wochen. Im Winter schlafen Elstern ohne eigenes Revier in Gemeinschaften, meist zu 20 bis 50, manchmal zu Hunderten.
Nest und Brut
Das Nest der Elster ist eine große Kugel aus Ästen mit einer Lehmmulde innen und einem seitlichen Eingang. Es sitzt meist 6 bis 20 Meter hoch in Laubbäumen, manchmal auch tiefer in dornigen Büschen. Der Bau dauert im Schnitt etwa 40 Tage, oft beginnt ein Paar mehrere Nester. Fertige Nester werden häufig mehrere Jahre genutzt.
Meist liegen 5 bis 7 grünlich-blassblaue, braun gefleckte Eier im Nest, und es gibt eine Brut im Jahr. Ein Elsterei ist etwa 34 Millimeter lang und damit gut halb so groß wie ein Hühnerei. Nur das Weibchen brütet, 17 bis 19 Tage lang. Die Jungen bleiben etwa 24 Tage im Nest. Etwa die Hälfte aller Bruten scheitert, meist durch Nesträuber wie die Rabenkrähe.

Wo die Elster auftritt
Die Elster mag offenes Gelände mit Bäumen und Hecken: Waldränder, Alleen, Parks und Gärten. Geschlossene Wälder meidet sie. Mehr als die Hälfte der Elstern in Europa brütet in oder nahe Siedlungen. In Deutschland ist der Bestand seit Ende der 1980er Jahre insgesamt stabil, in Städten nimmt er zu, auf dem Land ab.

