Am Morgen vor der Öffnung: Die Liegewiese am Badesee ist übersät mit grünen Kotwürsten, der Badesteg ist verschmiert, und die Mitarbeiter sind wieder eine Stunde mit Abkehren beschäftigt. Eine verkotete Liegewiese gehört an vielen Badeseen, in Freibädern und Parks zum Alltag – Verursacher sind fast immer Gänse. Hier erfahren Sie, wie Sie Gänsekot erkennen, wie gefährlich er ist, warum die Tiere gerade Ihre Wiese wählen und wie Kommunen und Betreiber die Fläche vor dem Saisonstart dauerhaft frei halten.
Schadbild erkennen: So sieht eine verkotete Liegewiese aus
Gänsekot ist leicht zu erkennen und kaum zu übersehen:
- grüne bis graugrüne, walzenförmige Kotwürste, mehrere Zentimeter lang, oft mit sichtbaren Grasfasern
- viele Haufen dicht beieinander, vor allem am Ufer und auf kurz gemähten Rasenflächen
- verschmierte Stege, Badestege und Uferwege, rutschig bei Nässe
- abgefressene, kurze Grasflächen und Trittspuren mit Schwimmhäuten im weichen Ufer
- Federn im Gras und am Wasser, besonders im Frühsommer während der Mauser
Frischer Kot ist feucht und grün, älterer wird grau und hart. Wer morgens mehr Kot findet als am Abend zuvor, weiß: Die Gänse nutzen die Wiese, wenn niemand da ist.
Wer war es? Gänse – und wer nicht
Auf Liegewiesen und an Badestellen sind es vor allem Graugänse, Kanadagänse und Nilgänse. Sie leben das ganze Jahr bei uns, brüten an Seen und Teichen und bleiben oft über viele Jahre am selben Gewässer.
| Ursache | Typisches Bild |
|---|---|
| Gänse | große, grüne Kotwürste in Mengen, Ufer und Rasen, morgens nach der Nacht am stärksten |
| Enten | kleinere, flüssigere Kotflecken, meist direkt am Wasser und an Stegen |
| Möwen | weiße, flüssige Kotspritzer, vor allem auf Stegen, Geländern und Bänken |
| Tauben | kleine, feste Kothaufen mit weißem Anteil, unter Dachkanten und Sitzplätzen |
| Hunde | einzelne große Haufen, nicht über die Fläche verteilt |
Warum kommen Gänse auf die Liegewiese?
Eine Liegewiese am Wasser ist für Gänse ideal: kurzer, gedüngter Rasen als Futter, ein flaches Ufer, über das sie bequem an Land laufen, und freie Sicht, damit sie bei Gefahr schnell aufs Wasser flüchten können. Ufer mit Böschung, hohem Bewuchs oder Hindernissen meiden sie. Werden die Tiere von Badegästen gefüttert, verlieren sie zusätzlich die Scheu.
Gänse kommen vor allem dann, wenn es ruhig ist: abends nach Ende des Badebetriebs, nachts und früh am Morgen. Während der Brutzeit und der Mauser im Frühsommer, wenn sie einige Wochen nicht fliegen können, sind sie besonders an ihr Gewässer gebunden. Haben Gänse an einem See gebrütet, kehren sie jedes Jahr dorthin zurück.
Ist Gänsekot gefährlich?
Gänsekot ist nicht nur ein ästhetisches Problem. Wie bei allen Vögeln kann er Bakterien, Viren und Parasiten enthalten. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft schätzt die Gefahr für Menschen als nicht groß, aber ernst zu nehmen ein. Kleinkinder, die im Gras spielen, und Hunde, die Kot fressen, sind am ehesten betroffen. Gelangt viel Kot ins Wasser, steigt die Keimbelastung an der Badestelle; über Badeverbote entscheidet das Gesundheitsamt anhand der Badegewässerüberwachung.
Sofort tun: Gänsekot entfernen
- Kot früh am Morgen vor der Öffnung entfernen, solange er noch feucht ist: auf Rasen aufsammeln oder abrechen, auf Wegen und Stegen abkehren.
- Stege und Plattformen mit Wasser abspritzen, bei angetrocknetem Kot einweichen lassen und abbürsten.
- Dabei Handschuhe tragen und Kot nicht ins Badewasser spülen.
- Stark belastete Bereiche markieren, bis sie gereinigt sind, und Badegäste auf Hygiene hinweisen.
- Reinigungsaufwand und Gänsezahlen dokumentieren – das ist die Grundlage für Gespräche mit Behörden und Trägern.
Reinigen allein löst das Problem nicht. Solange die Wiese für die Gänse sicher und attraktiv bleibt, kommen sie jede Nacht wieder.
Dauerhaft verhindern: Liegewiese frei halten
- Weg vom Wasser unterbrechen: Eine Barriere am Ufer – ein niedriger Zaun oder eine gespannte Schnur in etwa 50 bis 60 Zentimetern Höhe, ein Streifen hoher Bewuchs oder große Steine – stoppt Gänse, die vom Wasser auf die Wiese laufen.
- Ufer umgestalten: Flache, offene Rasenufer sind der Lieblingsplatz. Ein Uferstreifen, der höher wachsen darf, Stauden, Schilf oder eine Böschung machen ihn unattraktiv.
- Fütterungsverbot festschreiben: In der Satzung oder Badeordnung regeln, mit Schildern erklären und durchsetzen.
- Vor der Saison vergrämen: Im zeitigen Frühjahr beginnen, damit sich keine Brutpaare festsetzen. Bewegliche Reize wirken, starre Figuren nur wenige Tage.
- Präsenz zeigen: Gänse meiden Flächen, auf denen regelmäßig Menschen unterwegs sind, besonders am Abend und früh am Morgen.
- Gelegebehandlung und Bejagung nur mit Genehmigung: Maßnahmen an Nestern und Eiern sowie die Jagd regeln Naturschutz- und Jagdrecht; vorher die untere Naturschutz- und Jagdbehörde einbinden. In Naturschutzgebieten gelten oft strengere Vorgaben.
Welche Methoden bei Gänsen wirken und wie Sie Schritt für Schritt vorgehen, steht auf unserer Seite Gänse vertreiben und vergrämen: Felder, Weiden und Ufer schützen.
Schadhöhe: Was eine verkotete Liegewiese kostet
Eine einzelne Wildgans kann nach Berichten des NDR ein bis zwei Kilogramm Kot am Tag ausscheiden. Bei einem Trupp von zwanzig oder dreißig Tieren wird daraus schnell eine Menge, die täglich entfernt werden muss. Die Kosten entstehen vor allem durch Arbeitszeit für die Reinigung von Wiese und Stegen, durch verspätete Saisonstarts und Sperrungen von Badestellen, durch Beschwerden und ausbleibende Badegäste und durch Ausgaben für Hinweisschilder, Kontrollen und Umgestaltung der Ufer.
Praxisfälle: Badesee, Waldschwimmbad und Ferienanlage
Städtischer Badesee: Die Gänse kommen nur auf einen von mehreren Seen – den mit dem flachen Rasenufer, auf dem sie bequem laufen und schnell flüchten können. Abends ist der Badesteg komplett verkotet, morgens haben die Mitarbeiter der Stadt extrem viel Reinigungsaufwand. Das Gelände ist frei zugänglich.
Stausee im Naturschutzgebiet: Die Gänse gehen seit Jahren ans Ufer, vor allem abends nach den Badezeiten, fressen Gras und verunreinigen die Fläche. Sie nutzen die flache Seite, nicht das gegenüberliegende Ufer mit Böschung. Nach der Brutzeit wird es ruhiger.
Waldschwimmbad: Die Gänse halten sich auf der Liegewiese auf, die Badegäste beschweren sich über den Kot. Eine Beobachtung des Personals: Sobald Mitarbeiter in ihrer rot-weißen Dienstkleidung über die Wiese gehen, verschwinden die Gänse.
See an einer Ferienanlage: An einem privaten See mit rund 35.000 Quadratmetern laufen die Gänse über das flache Wiesenufer auf das Gelände und verkoten die Liegewiese der Ferienwohnungen.
Teich mit Vergrämung: Ein Kunde hält die Gänse mit beweglicher Vergrämung aus der Luft fern. Fällt sie bei Windstille aus, kommen die Gänse zurück – dann vertreibt er sie von Hand mit einer Ratsche.



