Bioland - Die Vogelscheuche hängt an der Leine - von Wobser


Ackerflächen im stadtnahen Bereich, die mit Erbsen bestellt sind, wirken auf Tauben besonders anziehend. Nur wenige Maßnahmen zu ihrer Abwehr haben Erfolg. Die Landwirtschaftskammer hat in diesem Jahr etwas Neues ausprobiert.

Seit 1988 bewirtschaftet Hormann Vollmer aus Batenhorst bei Rheda-Wiedenbrück seinen Betrieb nach den Richtlinien des Bioland-Verbandes. Genauso sind auch schon die Erbsen in der Fruchtfolge. Sie dienen als natürliche Stickstoffquelle für den Boden und als betriebseigenes Eiweißfuttermittel für seine Milchviehherde.
"1992 haben die Probleme angefangen", berichtet Landwirt Vollmer. Verwilderte Brieftauben seien in immer größerer Zahl über die gerade gedrillten Erbsen hergefallen. Das Resultat waren zunächst Lückige Bestände, bis ab 1995 praktisch keine Erbsen mehr geerntet werden konnten. Für Vollmer war das nicht hinnehmbar. Die Tauben mussten also irgendwie vertrieben werden.

Flugdrachen zur Taubenabwehr

Einfache Vogelscheuchen brachten wenig Erfolg berichtet Vollmer, die abschreckende Wirkung hielt höchstens drei Tage an, dann hatten sich die Tiere an die bewegungslosen Tiere gewöhnt. Schussapparate, die durch unregelmäßiges Zünden einer Schreckschußpatrone die Vögel vertreiben sollen, kann und will Vollmer nicht einsetzen. Grund dafür: Sein Betrieb grenzt an eine Wohnbebauung. Die Lärmbelästigung will er den Anwohnern nicht zumuten.

Über den Grund warum sich gerade auf den Flächen von Landwirt Vollmer so viele Tauben herumtreiben lässt sich nur spekulieren. Dr. Edmund Leisen von der Landwirtschaftskammer in Münster sieht auf jeden Fall seinen Grund in der Stadtnähe des Betriebes. Darüber hinaus gibs es aber auch nur wenig weitere Flächen mit Leguminosen in der Umgebung, sodass es für die Vögel nur wenig Alternativen gibt.  
In diesem Jahr haben Hermann Vollmer und Dr. Leisen etwas Neuses ausprobiert.
Angeregt durch Hinweise in verschiedenen Veröffentlichungen haben sie auf einer Erbsenfläche einen Flugdrachen zur Vogelabwehr aufgestellt. Das Prinuzip ist einfach, ein normaler Deltadrachen mit ungefähr 1,2 m Spannweiteist über eine Schnur mit einer etwa 7 m langen Aluminiumstange verbunden. Der oberste Meter der Stange besteht aus Glasfieber. Weht kein Wind, hängt der Drachen an der leicht geneigten Stange, ohne jedoch den Boden zu berühren. Bei aufkommendem Wind steigt der Drachen dann von alleine auf. Ein sogenannter Wirbel aus dem Anglerbedarf sorgt dafür, dass sich die Schnur nicht verdreht und sich der Drachen ändernden Windrichtungen anpassen kann.
Untersuchungen in England hätten gezeigt, dass mit diesem System durchaus Effekte erzielt werden können, erläutert Dr. Leisen. Auch die Erfahrungen in Batenhorst waren positiv. Wenigstens sind in diesem Jahr Erbsen hochgekommen erzählt Vollmer. Nach seinem Eindruck waren die ersten Tage nur wenig Tauben auf dem Erbsenschlg zu sehen, während ein zweites Feld in der Nähe geradezu belagert worden sei.

Bioland
Text: Wobser
Fotos: Wobser


 
 
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